EU-Recht verhindert Windkraftfeld Jamikow
Der Traum ist ausgeträumt !!!
"Entwicklung Gestoppt"

Ausschlaggebend für das erstmalige Versagen einer Windkraftanlage auf einem Eignungsgebiet ist das EU-Recht. Die europaweite Ausweisung der Vogelschutzgebiete verändert die Chancen der Windenergie. Ein Gutachten der Firma win:pro, daß die Umweltverträglichkeit der Strommühlen feststellen sollte, wurde vom Landesumweltamt in großen Teilen fachlich widerlegt. Das der EU-Kommission gemeldete Vogelschutzgebiet "Randow-Welse-Bruch" ist Brut- und Rastplatz für seltene Arten. Vor allem die Wiesenweihe, der Rotmilan, Kranich und Goldregenpfeifer gehören zu den schützenswerten Tieren, die sich hier wohlfühlen. Sie sind allerdings nicht erst in jüngster Vergangenheit hier aufgetreten. Ein bereits zu DDR-Zeiten bekanntes und später durch den Kreistag bestätigtes Schutzgebiet fand im Regionalplan Uckermark-Barnim offenbar keine Berücksichtigung. Doch jetzt gilt EU-Recht. Und das ändert offenbar die Entscheidungen der Genehmigungsbehörden in Sachen Windkraft. Hintergrund sind die wesentlich strengeren Schutzanforderungen der Europäischen Union, nach denen keinerlei Verschlechterung des Gebietes eintreten darf. Genau das befürchtet aber das Landesumweltamt. Die Behörde kommt zu der Erkenntnis: Die fünf geplanten Anlagen könnten den Verlust von Brutplätzen, Nahrungs- und Rastflächen nach sich ziehen. Auch die Kollision von Einzeltieren mit den Rotorblätern sei nicht auszuschließen. " Für uns ist erstmal ein Etapenziel erreicht", reagierte Jürgen Dähn, Windkraftgegner und Sprecher der Bürgerinitiative Jamikow, in einer ersten Stellungnahme. Seit Monaten kämpft die Gruppe gegen den Bau der Strommühlen. Die Firma win:pro wollte ursprünglich zwölf Anlagen auf Jamikower und Schönower Gemarkung errichten. Ein erster Antrag auf fünf Räder ist nun abgelehnt. "Wir sind in Widerspruch gegangen", erklärt Stefan Neuwirth von win:pro. "Es handelt sich um kein rechtskräftig ausgewiesenes SPA-Gebiet." Doch die Sache hat einen Haken. Das ausgewiesene Windfeld endet nicht an der Gemarkungsgrenze von Jamikow, sondern reicht auf Woltersdorfer Gebiet hinüber. Und hier stehen bereits fünf Windräder, errichtet von Enertrag. Die Bürgerinitiative fragt sich bis heute, warum die Genehmigung erteilt wurde: "Alle Gründe für die Ablehnung der Jamikower Anlagen treffen auch für Woltersdorf zu" so Jürgen Dähn. Während die Windkraftgegner jetzt gar auf einen Rückbau der Strommühlen spekulieren, sieht win:pro hier Chance auf Gleichbehandlung. "Es sind die gleichen ornithologischen Verhältnisse" so Stefan Neuwirth. Die Bürgerinitiative hat von vornherein auf EU-Recht gebaut. Sie steht mit der Europäischen Kommision in Brüssel in engem Kontakt. "Im Land finden wir sowieso kein Gehör" ärgert sich Jürgen Dähn.
Jamikow/Woltersdorf (MOZ 20.April 2005 von Oliver Schwers)
Als "Sieg des Rechts und der Vernunft" bezeichnet die Kreisfraktion "Rettet die Uckermark" die Ablehnung des Windfeldes von Jamikow durch das Landesumweltamt. Das gesamte Gebiet des Randow-Welse-Bruchs hätte nie durch die Regionalplanung für Windfelder in Betracht gezogen werden dürfen, heißt es in einer Presseerklärung. "Wir begrüßen es außerordentlich, daß die Genehmigungsbehörden nunmehr eine verhängnisvolle Entwicklung stoppen", so Fraktionschef Hans-Joachim Mengel. "Hier nutzt der schutz der Natur gleichzeitig auch Menschen in der Region, deren Lebensqualität schon durch die bestehenden Anlagen erheblich beeinträchtigt wird." Mengel betonte nochmals die gesamteuropäische Bedeutung dieses Vogelschutzgebietes. "Es liegt auf der Hand, daß die schon gebauten fünf Anlagen in Wolterdorf mit Hilfe der Gerichte nun auch verschwinden werden, da ihre Errichtung ebenfalls eindeutig gegen EU-Recht verstößt", heißt es weiter in der Presseerklärung.
Landesumweltamt versagte Genehmigung / Widerspruch eingelegt
Jamikow (MOZ 20.April 2005 von Oliver Schwers)
Das Landesumweltamt hat keine Genehmigung für den Bau von fünf Windkraftanlagen auf der Gemarkung Jamikow erteilt. Das Projekt der Firma win:pro, die hier insgesamt zwölf Räder aufstellen will, scheitert am Vogelschutz. Es ist die erste Entscheidung dieser Art.
Dem Windenergieerzeuger und Antragsteller Fa. Win:pro wurde am 17.03.2005 ein "Negativ Bescheid" erteilt d.h. der Bauantrag wurde abgelehnt.
Erstes Etappenziel bei der Verhinderung der "Verspargelung" unseres Dorfes mit den sogenannten "Windenergieanlagen" haben wir erreicht.

Zu verdanken ist dieser unter anderem den vielen Mitstreitern, die sich der im Jahr 2000 gegründeten "Bürgerinitiative Jamikow" angeschlossen haben. Stellvertretend zu nennen wäre das der Dorfverein , der Feuerwehrverein, die Dorfbewohner (welche uns bei der spontanen Unterschriften Sammlung im Jahr 2000 und den dazugehörigen Gesprächsrunden mit der Gemeindeverwaltung) in unserem vorhaben ermutigt haben, der Fraktion "Rettet die Uckermark
" mit Herrn Prof. Mengel und natürlich unseren Ehefrauen und Ehemännern. Letztere mussten so manchen Abend ohne uns verbringen, weil wir, wie der legendere "Don Quichotte" gegen die Windmühlen kämpfen mussten. Sollte ich jemanden vergessen haben, dann bitte weitersagen.
Manch einer hat uns in dieser Zeit auch ein wenig mitleidig angeschaut und gedacht, es hat doch keinen Sinn, denn, was Beschlossen und bereits Verkündet, wird auch durchgesetzt. Wie Anfangs bereits erwähnt ist es nur ein "Etappensieg", denn die Fa. Win:pro hat bereits Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid eingereicht. Für uns heißt es , weiterhin wachsam zu bleiben und sämtliche Aktivitäten argwöhnisch zu beobachten und zu betrachten und wenn es sein muss dagegen vorzugehen.
Die Bürgerinitiative Jamikow
Habermann Ursela, Jürgen Dähn und Volker Scharf

