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Schönow. Als ob jemand einen Stöpsel herausgezogen hätte - so wirkt der Haussee von Schönow. Ein ärmlicher Teich verblieb in der einst ausgedehnten Wasserfläche. Seit Jahren sinkt der Pegel unaufhaltsam. Wo einst die Angler am Rande ihre Haken auswarfen, gedeiht heute prächtiges Grün. Das frühere Ufer liegt landeinwärts. Mindestens die Hälfte seiner Ausdehnung hat der Haussee im vergangenen Jahrzehnt verloren. Um schätzungsweise 1,5 Meter sackte der Wasserstand.
Über die Ursache rätseln Einwohner, Gemeindevertreter und Wasseringenieure gleichermaßen. Der See verfügt über keine Zu- oder Abflüsse und liegt idyllisch am Rande des Dorfes. Ein in 850 Metern Entfernung befindlicher Trinkwasserbrunnen des Zweckverbandes Ostuckermärkische Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (ZOWA) stand unter Verdacht des Ortsbeirates. Doch ein Gutachten des ZOWA weist die Schuld von sich. Angeblich bestehen keine Verbindungen zwischen Grundwasserschichten und Oberflächengewässern.
Auch die Trockenheit des vergangenen Sommers wird inzwischen als Ursache ausgeschlossen, denn der Pegel sinkt seit mindestens zehn bis 15 Jahren unabhängig von Wetterereignissen und Regen.
Während die Rätselei um die dramatische Verlandung mittlerweile zum Standardthema von Ortsbeirat und Passower Gemeindevertretung wurde, holte sich die neu gebildete Bürgerschaft Schönow/Jamikow das Thema auf den Tisch. Engagierte Einwohner wollen nicht länger mit ansehen, wie der bei Spaziergängern, Badegästen und Anglern beliebte See auf Nimmerwiedersehen verschwindet.

Quelle: www.moz.de (Mittwoch, 25. Oktober 2006)
Haussee auf dem Trockenen
Dramatischer Wasserverlust: Jürgen Bertram kennt noch den genauen Uferbereich. Bevor er verlandete, reichte der Haussee bis zur Unterkante der beiden Auslaufrohre. Heute ist nur noch eine Pfütze geblieben.
Schönow. Die Gemeinde Passow hat ein Gutachten über die Wasserstandsveränderungen beim Haussee von Schönow in Auftrag gegeben. Darüber informierte Bürgermeister Walter Henke auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung. In Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Bodenverband "Welse" soll geklärt werden, warum sich der Wasserstand seit Jahren absenkt. Schon seit Jahren beklagen Abgeordnete und Einwohner die zunehmende Verlandung des Gewässers.
Die Kosten für das Gutachten sollen sich nach Angaben des Bürgermeisters auf rund 4000 Euro belaufen. Die Gemeinde hatte rund 10 000 Euro in den Haushalt eingestellt, um die Untersuchungen auf Drängen des Ortsteils Schönow anstellen zu lassen. Genau diese Summe wollte der Ortsteil nun allerdings zum Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses verwenden. Weil dafür noch erhebliche Mittel fehlen, sollten die 10 000 Euro aus den Wasserstandsuntersuchungen für den Haussee umgeleitet werden. Als Alternative bot der Gemeindevertreter Peter Krause eine Diplomarbeit in Zusammenarbeit mit einer Universität an. Somit könne man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Bürgermeister Henke verwies allerdings auf die Haushaltslage. Es sei nicht möglich, einfach Gelder ohne Gemeindebeschluss oder Nachtragshaushalt umzuschichten. Zudem existieren ähnliche Wasserprobleme in Wendemark, die ebenfalls gelöst werden müssten.

Quelle: www.moz.de (Montag, 09. Oktober 2006)
Diplomarbeit zum Haussee

schoenow.com