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Insgesamt waren nach aktuellen Angaben 22 Feuerwehren mit 30 Löschfahrzeugen im Einsatz gewesen.
Großbrand an der Bahnstrecke Berlin-Szczecin
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Foto: Henry Schröder 04.07.2006

Großfeuer an Bahnstrecke gelöscht

Der große Böschungsbrand an der Bahnstrecke von Berlin nach Szczecin (Stettin) ist gelöscht. Wie der Sprecher des Bundespolizeiamtes Frankfurt (Oder), Jens Schobranski, am Mittwoch sagte, waren die letzten Glutnester bis zum späten Dienstagabend abgelöscht worden.
Die fast sechs Stunden andauernde Sperrung der eingleisigen Strecke sei um 21.19 Uhr wieder aufgehoben worden. Insgesamt vier Züge waren ausgefallen, drei weitere hatten Verspätungen. Menschen seien bei dem Feuer nicht verletzt worden.
Zwischen Schönow und Petershagen in der Uckermark war die Böschung am Dienstagnachmittag gegen 15.00 Uhr an drei Stellen auf insgesamt sechs Kilometer Länge in Brand geraten. Während zwei kleinere Brandstellen schnell gelöscht werden konnten, beschäftigte das Feuer bei Schönow die Rettungskräfte bis zum späten Abend, weil Glutnester dort immer wieder aufglimmten.
Insgesamt waren nach aktuellen Angaben 22 Feuerwehren mit 30 Löschfahrzeugen im Einsatz gewesen. Sie konnten eine Ausdehnung der Flammen auf angrenzende Waldgebiete verhindern. Die Ursache für das Feuer ist noch unklar.
Text: rbb-online.de Stand: 05.07.2006

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Flammenmeer entlang der Eisenbahn

Von Oliver Schwers Schönow. Bei einem Großbrand in der Gemarkung Schönow standen gestern auf einer Länge von etwa sechs Kilometern Böschungen und Waldstücke entlang der Eisenbahnlinie Passow-Casekow in Flammen. Das Feuer hatte sich in Windeseile fast gleichzeitig ausgebreitet. Alle Feuerwehren der Umgebung und aus Uecker-Randow schickten Hilfe. Hubertus Mazuch stand kreidebleich an seinem Gartenzaun. Der 77-Jährige überstand den Schreck seines Lebens. Mit seiner Ehefrau wohnt der Rentner in einem früheren Eisenbahnerhaus direkt an den Gleisen bei Schönow. Plötzlich stand um ihn herum alles in Flammen. Feuer fraß sich auf das kleine einsam im Wald liegende Grundstück zu. Mazuch rief Feuerwehr und Polizei an. "Niemand ist gekommen. Wir wären hier beinahe abgebrannt", ist der Schönower Renter entsetzt. Mit dem Gartenschlauch in der Hand bekämpfte das Ehepaar die immer dichter heranrückende Feuerwalze. Nachbarn der weiter entfernt liegenden Häuser eilten zu Hilfe. "Wir sind alte Leute, hier muss uns doch jemand retten", schüttelt Mazuch den Kopf. Dabei waren nach Angaben von Feuerwehr und Polizei alle Menschen aus den direkt betroffenen Häusern evakuiert worden. Offenbar hatte niemand das einsame Häuschen wahrgenommen. Denn auf einer Länge von etwa sechs Kilometern links und rechts der Bahnübergangs Schönow behinderten dicke Qualmwolken jegliche Sicht. Alle Feuerwehren der Umgebung, sogar Rettungskräfte aus dem Kreis Uecker-Randow, waren im Einsatz, um den an vielen Stellen sich schnell ausbreitenden Brand unter Kontrolle zu bringen. Die Polizei sperrte sämtliche Zufahrtstraßen. Die Bahnlinie wurde vorübergehend stillgelegt. Ein Hubschrauber ermöglichte Amtsbrandmeister Alexander Trenn vom Amt Oder-Welse eine erste Übersicht über die Lage. Ob ein heißgelaufener Waggon eines Zuges die Ursache für den Flächenbrand war, ließ sich gestern nicht ermitteln. Fest steht, dass sich die Flammen direkt von der Eisenbahnlinie fortbewegten und auf angrenzende trockene Kiefernwälder übergriffen. Auch die an diesen Stellen vorhandenen Brandschutzstreifen konnten ein Ausbreiten des Feuers nicht verhindern. Über lange Löschwasserleitungen und durch zahlreiche Tankfahrzeuge gelang es den vielen Feuerwehrleuten, den Brand einzudämmen und auch die immer wieder entstehenden kleinen Brandnester zu löschen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Auch Häuser und Gärten blieben verschont. Unterstützung leisteten Revierförster und Waldarbeiter mit Technik. Auch Zoll sowie Einsatzgruppen vom Bundesgrenzschutz übernahmen Sicherungsaufgaben. Die Bahn schickte einen Unfallbeauftragten. Entlang der Bahnlinie am Bahnhof Schönow hat es in der Vergangenheit mehrfach gebrannt. In den 90er Jahren loderten fast an gleicher Stelle meterhohe Flammen aus dem Wald. Damals war eine heißgelaufene Achse eines Güterwaggons die Ursache für das Unglück. Jetzt müssen Ermittler die Hintergründe für das erneute Feuer finden. Für Hubertus Mazuch und seine Frau bleibt dieses Erlebnis ein schwarzer Tag in ihrem Rentnerleben.

Mittwoch, 05. Juli 2006


schoenow.com