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Amtsbrandmeister Alexander Trenn landete einen Volltreffer mit einem Jubiläumsgeschenk der besonderen Art. Er übergab den beiden Wehrleitern die eingerahmte Kopie des handschriftlich verfassten Protokollauszugs vom 27. Februar 1935. Kurioserweise belegt dieses Schriftstück den damaligen Verlauf einer Feuerwehrversammlung in Casekow. Wie das zusammenhängt, konnte bisher nicht geklärt werden. Doch für Jamikow und Schönow ist das die früheste Mitteilung über eine eigene selbstständige Wehr. Zuvor gab es vermutlich lose organisierte Löschgruppen, die im Brandfall ausrückten.
Die Geschichte des Brandschutzes in Jamikow trug Janusch Lange zusammen. Er verfasste sogar eine Chronik der Feuerwehr, die auf aktuellem Stand gehalten wird. Zwar müssen die freiwilligen Helfer nicht allzu oft Alarm auslösen, doch der Getreidebrand bei Woltersdorf und Kummerow vor sechs Jahren weckt heute noch die Erinnerung. Damals musste über unendlich lange Wege Wasser herangeschafft werden.
Die Schönower haben immer noch den Brand ihres Schlosses vor Augen. Das war 1991. Da standen Teile des Daches in hellen Flammen. Und auch der Waldbrand von 1994, als ein Zug durch Funkenflug die Böschung am Bahndamm und anschließend die Bäume entzündet hatte, wird im Dorf so schnell nicht vergessen. Damals erschien hier alles, was eine blaue Uniform in der näheren und weiteren Umgebung trug, um das sich eilends ausbreitende Feuer zu bändigen.
Die Martinshörner heulten am Sonnabend wieder. Doch nur als Begleitmusik für den kleinen Festumzug, der auf dem Gutshof von Jamikow startete, durchs Dorf führte und bis nach Schönow fuhr. Auf dem Sportplatz begingen die eingeladenen Feuerwehren aus Fredersdorf, Löcknitz, Briest, Passow und Berkholz-Meyenburg gemeinsam mit den Jubilaren die traditionellen Löschangriffe und die nicht traditionellen Spaßwettbewerbe. Wo kann man schon mal Feuerwehrmänner und -frauen beim Bogenschießen beobachten?
In Gemeinsamkeit werden sich die beiden benachbarten Feuerwehren üben müssen. Die Entscheidung über einen zusammen genutzten Standort eines Gerätehauses beschäftigt derzeit die Politik und erregt auch die Gemüter. Beide Orte verfügen über kein eigenes Gebäude. Einsatzfahrzeuge, Technik und Bekleidung befinden sich in provisorischen Unterkünften. Beide Orte verteidigen ihre Variante eines Neu- oder Umbaus. Das Geld der Großgemeinde Passow reicht aber nur für ein Haus. Amtsbrandmeister Alexander Trenn bot seinen fachlichen Rat an. "Egal wie die Entscheidung der Gemeindevertretung ausfällt - wir werden damit leben", äußerten die beiden Wehrleiter Fred Kisicki aus Schönow und Jörg Gerber aus Jamikow übereinstimmend. Einigkeit im Ernstfall gehört zu den Tugenden der freiwilligen Brandschützer.
(MOZ Montag 23. Mai 2005 von Oliver Schwers)


