Nervend, zeitraubend, kostenintensiv
(Neu jetzt mit Gästebuch)
Muss das sein, was hier passiert?" Niemann hofft, dass sich die Lage mit der Öffnung der Ortsumgehung Passow entspannt. Auch für die zeitweilig behinderten Straßentransporte von Flugkraftstoff für die Berliner Flughäfen.
Noch härter getroffen hat es die Papierfabrik Leipa. Im Tagesschnitt rollen via Straße 2000 Tonnen Papier aus dem Werktor. 2100 Tonnen Altpapier kommen herein. Holding-Geschäftsführer Peter Propst spricht von erheblichen Mehrkosten für Überstunden und Kraftstoff, auf denen Unternehmen und Spediteure jetzt sitzen bleiben. Liefertermine mussten verschoben werden. Über mögliche Vertragsstrafen wird noch verhandelt.
Für Euba Logistic bedeutet jeder Kilometer mehr zusätzliche Kosten von 1,20 Euro. Da kommt bei 75 Brummis ganz schön was zusammen. Gruhl: "Wenn wir mit unseren Fahrzeugen von Schwedt aus in Richtung Rostock oder Neubrandenburg wollten, mussten wir jedes Mal einen Umweg von 50 Kilometern in Kauf nehmen." Trucks, die aus Richtung Berlin kommen, fahren derzeit 30 Kilometer mehr über Pfingstberg und Greiffenberg, ehe sie den Stammsitz in Angermünde erreichen. Die Autobahnabfahrt Joachimsthal ist gesperrt.
Mittwoch, 11. Oktober 2006 (07:58)
"Da ist irgendetwas schiefgelaufen"
Schwedt (MOZ) Der Bahnübergang Passow und damit die Bundesstraße 166 zwischen Schwedt und Autobahnkreuz Uckermark sind seit Dienstag wieder passierbar. Den Bürger kostete der Baustellenkessel Zeit, die Städte Schwedt und Angermünde Ansehen, die Industrie viel Geld. Der Landesbetrieb für Straßenwesen glaubt dennoch: Alles nicht so schlimm wie im vergangenen Jahr. Alles gut koordiniert.
"Ich sehe mich außer Stande, diesen Irrsinn zu erklären", kommentierte der Schwedter Vizebürgermeister Lutz Herrmann für ihn ungewöhnlich emotional die zeitweilige Abriegelung des Wirtschafts- und Exportstandortes Schwedt durch Straßebaustellen. Er habe erst aus der MOZ vom ganzen Ausmaß der Sperrungen erfahren. "Das ist ein Unding, was hier abläuft. Die Stadt und ihre Wirtschaft leben maßgeblich von ihrer Erreichbarkeit."
PCK-Raffinerie-Geschäftsführer Klaus Niemann hat hart dafür gefochten, dass der Wirtschaftsstandort Schwedt besser an die Verkehrsadern angebunden wird. Jetzt wird überall auf einmal gebaut. Er sagt: "Einerseits bin ich natürlich froh, dass gebaut wird, wir brauchen die neuen Verkehrswege dringend. Andererseits frage ich mich:
Schwedt/Passow (MOZ) "Schweinerei!" - "Schlamperei" - "Das können die mit uns doch nicht machen!" Die Empörung der Einwohner von Wendemark und Passow, vieler Gewerbetreibender und aller Autofahrer von Schwedt bis Angermünde und Prenzlau, die den Bahnübergang Passow passieren müssten, schlägt hohe Wellen. Seit Mittwoch um 18 Uhr geht nichts mehr am Bahnübergang. Gleise weg, Schotter abgetragen. Seit 14 Uhr am Donnerstag ist der Busverkehr in der Region stark eingeschränkt. Bis Montag, 20 Uhr, ist die B 166 dicht. Betroffene glauben an Schikane oder Schlamperei der Verantwortlichen bei Bahn, Straßenwesen und Kreisverwaltung. Alle fragen sich: Warum wurde die fast fertige Ortsumgehung Passow für die Sperrtage nicht freigegeben?
Die Sperrung der Bundesstraße 166 in Passow weitet sich zu einem Skandal aus. Mütter aus Wendemark müssen jetzt statt zwei bis zu 50 Kilometer Umweg über Angermünde fahren, um ihr Kind in Passow in den Kindergarten zu bringen. Berufspendler nach Prenzlau und Schwedt sind sprach- und hilflos. Gewerbebetriebe haben Schwierigkeiten mit der An- und Auslieferung ihrer Waren. Nach dem privaten Verkehr ist seit Donnerstag auch der öffentliche Personennahverkehr betroffen. PVG-Geschäftsführer Jürgen Crusius bestätigte den Ausnahmezustand: "Das ist ein Skandal. So kann doch niemand mit den Leuten umgehen."
Seit 14 Uhr am Donnerstag, so informierte der PVG-Chef, dürfen auch Busse nicht mehr auf der Umgehungsstraße fahren, obwohl die am Montag erst ausgestellte Anordnung 322.54302.2006 vom Sachgebiet Straßenverkehr der Kreisverwaltung die Durchfahrt des Personennahverkehrs ausdrücklich erlaubt. Der Vertreter der Kreisverwaltung durfte am Donnerstag auf der Baustelle zur Kenntnis nehmen, dass das Wort der Kreisbehörde nichts gilt, wenn der Bauleiter sagt: Es liegt eine Gefährdung vor. Gemeint sind illegale Benutzer der neuen B 166-Trasse und legal fahrende Busse.
Warum wurden die Sperrtage des Übergangs nicht besser mit der Fertigstellung der Ortsumgehung koordiniert und so die aktuellen chaotischen Zustände vermieden, fragen sich jetzt die Uckermärker. Die Kreisverwaltung lehnte bei der ersten MOZ-Anfrage jede Zuständigkeit ab, obwohl sie die Sperrung des Übergangs und damit der B 166 genehmigte. Hans-Jürgen Otto vom Landesbetrieb für Straßenwesen schiebt den Schwarzen Peter der Bahn zu. Sie hätte gewusst: Der Übergang solle erst nach Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung am 13. Oktober gesperrt werden: "Da ist irgendetwas schiefgelaufen." Für die Bahn tätige Bauleute erklärten am Donnerstag: "Wir haben nur ein sehr schmales Zeitfenster für den Bau zur Verfügung. Das ist allen bekannt.
Freitag, 06. Oktober 2006 (07:44)